Erinnerung als Partizipation. Zum Zusammenhang von Kollektivgedächtnis und gesellschaftlicher Teilhabe

Katinka Meyer

Abstract


Der vorliegende Beitrag untersucht den Stellenwert von Erinnerungen im Zusammenhang mit biographischen Partizipationsmöglichkeiten und gesellschaftlichen Transformationsprozessen. Am Beispiel der Erinnerungen von ehemaligen DDR-Bürger/-innen an die Zwangsmigration aus den ehemaligen Ostgebieten 1945 wird dargelegt, wie und warum Subjekte unter bestimmten historischen Bedingungen an gesellschaftlichen Prozessen partizipieren (können). Eine besondere Berücksichtigung erfährt dabei ihre soziale Praxis der Erinnerung. Anhand eines empirischen Beispiels werden Partizipationsmöglichkeiten und -hemmnisse dieser Bevölkerungsgruppe in ihren Auswirkungen auf die individuelle und kollektive Erinnerung an die sogenannte "Umsiedlung" verdeutlicht.

 

Schlagworte


Kollektivgedächtnis; Erinnerung; DDR; Vertriebene; Umsiedler; Zwangsmigration; Qualitative Sozialforschung; Partizipation;

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