Editorial

  • Sina Farzin

Abstract

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
alle zwei Jahre entscheiden Sie als Mitglieder der DGS, wer im Vorstand und zu Teilen im Konzil unseres Fachverbandes sitzt und wer als Vorsitzende oder Vorsitzender die kommenden zwei Jahre bestreitet. Soweit ›Business as usual‹ auch in diesem Jahr, so dass sich in diesem Heft Nicole Burzan als neue Vorsitzende vorstellt und gleich einen ersten Überblick über die Zuständigkeiten des neuen Vorstands und kommende Themen und Projekte gibt.
Für die Redaktion der SOZIOLOGIE markierten die vergangenen Wahlen jedoch zugleich einen außerordentlichen Umbruch: Vor 14 Jahren, in Heft 3/2003 begrüßte Sie an dieser Stelle erstmals Georg Vobruba als Herausgeber. Im letzten Heft verabschiedete er sich ganz im Geiste der Neuen Frankfurter Schule, der auch das ein oder andere Editorial durchwehte. Nun ist die Herausgabe an mich übergegangen und ich bedanke mich bei Georg Vobruba herzlich für seinen nicht nur langjährigen, sondern auch unermüdlichen Einsatz für diese Zeitschrift. Sylke Nissen und Karin Lange bleiben als Redakteurinnen in Leipzig auch weiterhin tätig, und ich freue mich auf die Zusammenarbeit in den kommenden Jahren genauso wie darüber, durch diese Kontinuität nicht jedes Rad neu erfinden zu müssen.
Wir werden Sie hier auch weiterhin über die Arbeit und Themen informieren, welche die DGS nach außen und innen beschäftigen. Dass die SOZIOLOGIE jedoch auch weit mehr ist (und bleiben soll) als ein rein verbandsinternes ›Mitteilungsblatt‹ dürfte Ihnen als hoffentlich regelmäßige Leserinnen und Leser bekannt sein. Wir werden auch in Zukunft daran arbeiten, die SOZIOLOGIE als Forum für Debatten zu nutzen, die häufig in der ansonsten gut sortierten Landschaft der soziologischen Fachjournale keinen Raum haben: beispielsweise wenn sie neue Perspektiven auf die andauernde und immer krisenhafte (und wahrscheinlich nicht zuletzt deswegen so produktive) disziplinäre Identitätsfrage wagen oder vermeintlich randständige oder experimentelle Themen einer breiten Leserschaft zugänglich machen wollen. Auch die Auseinandersetzung mit den Formen und (manchmal auch ausbleibenden) Folgen öffentlicher Soziologie dürfte uns in den kommenden Jahren (soviel tagespolitische Prognostik sei erlaubt) immer wieder beschäftigen.
Dabei ist es mir ein Anliegen, ungewöhnliche diskursive Formate wie beispielsweise das in Heft 1/2017 neu eingeführte Symposion weiterzuentwickeln und auszuprobieren. Nicht zuletzt auch mit Blick auf internationale Debattenkontexte, Themen und Veranstaltungen halte ich solche dialogischen Textformen für eine der großen Stärken unserer Zeitschrift, die nicht völlig den Gravitationskräften der traditionellen Journalkultur unterliegt und dennoch viele Leserinnen und Leser erreicht. Voraussetzung hierfür ist dann jedoch nicht nur die Bereitschaft, sondern auch Freude daran, sich auf andere Perspektiven als die Eigene einzulassen. Bei all dem gilt:
Wir zählen auf Sie. Senden Sie uns Ihre Texte, Formatvorschläge und Ideen; seien Sie eingeladen zu kommentieren, zu kritisieren und vor allen Dingen auch beizutragen.

Herzlich,
Ihre Sina Farzin

Veröffentlicht
2017-07-01