Soziologie - Forum der Deutschen Gesellschaft für Soziologie http://publikationen.soziologie.de/index.php/soziologie <p><strong>Soziologie - Forum der Deutschen Gesellschaft für Soziologie</strong></p> <p>Die Zeitschrift SOZIOLOGIE erscheint viermal im Jahr zu Beginn eines Quartals. Redaktionsschluss ist&nbsp;jeweils sechs Wochen vorher. Für Mitglieder der DGS ist der Bezug der Zeitschrift&nbsp;im Mitgliedsbeitrag enthalten. Beiträge in der SOZIOLOGIE werden erfasst in&nbsp;CSA Sociological Abstracts (San Diego) und SOLIS (Bonn).</p> <p>Die digitale Version wird mit freundlicher Genehmigung der CAMPUS-Verlags GmbH an dieser Stelle veröffentlicht.&nbsp;</p> Deutsche Gesellschaft für Soziologie de-DE Soziologie - Forum der Deutschen Gesellschaft für Soziologie 0340-918X Editorial http://publikationen.soziologie.de/index.php/soziologie/article/view/930 <p>Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, <br>alle zwei Jahre entscheiden Sie als Mitglieder der DGS, wer im Vorstand und zu Teilen im Konzil unseres Fachverbandes sitzt und wer als Vorsitzende oder Vorsitzender die kommenden zwei Jahre bestreitet. Soweit ›Business as usual‹ auch in diesem Jahr, so dass sich in diesem Heft Nicole Burzan als neue Vorsitzende vorstellt und gleich einen ersten Überblick über die Zuständigkeiten des neuen Vorstands und kommende Themen und Projekte gibt. <br>Für die Redaktion der SOZIOLOGIE markierten die vergangenen Wahlen jedoch zugleich einen außerordentlichen Umbruch: Vor 14 Jahren, in Heft 3/2003 begrüßte Sie an dieser Stelle erstmals Georg Vobruba als Herausgeber. Im letzten Heft verabschiedete er sich ganz im Geiste der Neuen Frankfurter Schule, der auch das ein oder andere Editorial durchwehte. Nun ist die Herausgabe an mich übergegangen und ich bedanke mich bei Georg Vobruba herzlich für seinen nicht nur langjährigen, sondern auch unermüdlichen Einsatz für diese Zeitschrift. Sylke Nissen und Karin Lange bleiben als Redakteurinnen in Leipzig auch weiterhin tätig, und ich freue mich auf die Zusammenarbeit in den kommenden Jahren genauso wie darüber, durch diese Kontinuität nicht jedes Rad neu erfinden zu müssen. <br>Wir werden Sie hier auch weiterhin über die Arbeit und Themen informieren, welche die DGS nach außen und innen beschäftigen. Dass die SOZIOLOGIE jedoch auch weit mehr ist (und bleiben soll) als ein rein verbandsinternes ›Mitteilungsblatt‹ dürfte Ihnen als hoffentlich regelmäßige Leserinnen und Leser bekannt sein. Wir werden auch in Zukunft daran arbeiten, die SOZIOLOGIE als Forum für Debatten zu nutzen, die häufig in der ansonsten gut sortierten Landschaft der soziologischen Fachjournale keinen Raum haben: beispielsweise wenn sie neue Perspektiven auf die andauernde und immer krisenhafte (und wahrscheinlich nicht zuletzt deswegen so produktive) disziplinäre Identitätsfrage wagen oder vermeintlich randständige oder experimentelle Themen einer breiten Leserschaft zugänglich machen wollen. Auch die Auseinandersetzung mit den Formen und (manchmal auch ausbleibenden) Folgen öffentlicher Soziologie dürfte uns in den kommenden Jahren (soviel tagespolitische Prognostik sei erlaubt) immer wieder beschäftigen. <br>Dabei ist es mir ein Anliegen, ungewöhnliche diskursive Formate wie beispielsweise das in Heft 1/2017 neu eingeführte Symposion weiterzuentwickeln und auszuprobieren. Nicht zuletzt auch mit Blick auf internationale Debattenkontexte, Themen und Veranstaltungen halte ich solche dialogischen Textformen für eine der großen Stärken unserer Zeitschrift, die nicht völlig den Gravitationskräften der traditionellen Journalkultur unterliegt und dennoch viele Leserinnen und Leser erreicht. Voraussetzung hierfür ist dann jedoch nicht nur die Bereitschaft, sondern auch Freude daran, sich auf andere Perspektiven als die Eigene einzulassen. Bei all dem gilt: <br>Wir zählen auf Sie. Senden Sie uns Ihre Texte, Formatvorschläge und Ideen; seien Sie eingeladen zu kommentieren, zu kritisieren und vor allen Dingen auch beizutragen.</p> <p>Herzlich, <br>Ihre Sina Farzin</p> Sina Farzin ##submission.copyrightStatement## 2017-07-01 2017-07-01 3 249 250 Transhumane Kommunikation http://publikationen.soziologie.de/index.php/soziologie/article/view/933 <p>Das menschliche Gehirn hat sich seit 100.000 Jahren nicht mehr verändert. Im Gegensatz zur biologischen hat die kulturelle Evolution, vom Menschen selbst in Gang gesetzt und durch Technologie forciert, eine ungeheure Dynamik entfaltet, die ihn zu überfordern scheint. Viele soziale Anomien haben in dieser sich ausweitenden Differenz zwischen biologischer und kultureller Entwicklung ihre Fundamentalursache. Durch Outsourcing kognitiver Kompetenzen an intelligente Computersysteme wird versucht, sie zu kompensieren. Als Folge dessen wird die Vergesellschaftung zwischenmenschlicher Lebens- und Arbeitsbereiche zunehmend auf der Basis technologischer Artefakte erfolgen. Die Bewältigung der damit zusammenhängenden Probleme erfordert die Zusammenarbeit von Biologen, Soziologen, Psychologen und Informatikern. Bereits bei jenen frühen Soziologen, die in strikter Opposition zum Mainstream ihres Faches standen, Gabriel Tarde und Rudolf Goldscheid, finden sich erste Einsichten in die Notwendigkeit einer solchen übergreifenden Kooperation in den Neurowissenschaften.</p> <p>&nbsp;</p> <p>The human brain has stopped its biological evolution 100,000 years ago. Contrary to the biological development the man made cultural evolution has created an enormous drive, forced by technology. The fundamental reason for many social anomies is rooted in this difference between biological and cultural development. By delegating cognitive competencies to intelligent computer systems it is tried to compensate this difference. As a result the socialization of interpersonal fields of life and work will be mediated more and more by technological artefacts. To clear the obstacles resulting from the consequences it will be necessary for sociologists to cooperate with biologists, psychologists and information scientists. Some early sociologists who were in strict opposition to the mainstream of their discipline like Gabriel Tarde or Rudolf Goldscheid had already voted for overlapping cooperation in neurosciences.</p> Arno Bammé ##submission.copyrightStatement## 2017-07-01 2017-07-01 3 251 295 Soziologische Selbstunterscheidungen in der Moderne http://publikationen.soziologie.de/index.php/soziologie/article/view/934 <p>Weder Emil Durkheim noch Max Weber haben eine voll entwickelte Theorie der Moderne vorgelegt. Zu einem systematischen Begriff der soziologischen Theorie wird Moderne und Modernisierung erst in der Soziologie Talcott Parsons. Die Begriffsgeschichte von Moderne hat deshalb eine besondere Relevanz, da sie für die Geschichte der Soziologie in systematischer Absicht lehrreich ist. Am nächsten kommt dem Begriff der Moderne (Neuzeit) in der Analyse der Entstehung der modernen Gesellschaften noch Ferdinand Tönnies. <br>Das gilt auch für das Forschungsprogramm der Gesellschaftstheorie, die auf Lorenz von Stein zurückgeht. Tönnies ist im Hinblick auf dieses Forschungsprogramm noch einmal zu erwähnen, da er an einer Gesellschaftslehre orientiert war. Niklas Luhmann ist der erste Soziologe, der eine Gesellschaftstheorie in verschiedenen Versionen vorlegt. Historisch betrachtet kommt Tönnies diesem Forschungsprogramm am nächsten. Diese theoretische Orientierung liegt auch bei Jürgen Habermas und Richard Münch vor. Eine Gesellschaftstheorie ist dadurch zu charakterisieren, dass sie gegenüber Handlungs-, Kommunikations-, Interaktions- und Organisationstheorien einen eigenständigen analytischen Bezugsrahmen konstruiert und Gesellschaft als eine emergierte Ebene von Handlungen und Kommunikationen einstuft. <br>Vor allem die Frankfurter Soziologie wird immer wieder falsch dargestellt. Diesbezüglich sind grundsätzliche Korrekturen vorzunehmen, da sie bis in die Gegenwart durch unterschiedliche soziologische Richtungen zu charakterisieren ist, die sich an die einzelnen Fachvertreter richten.</p> <p>&nbsp;</p> <p>Neither Emil Durkheim nor Max Weber has developed a mature theory of modernity. A systematic concept of modernity and modernization was first elaborated in the sociology of Talcott Parsons. The history of concepts of modernity has a particular relevance because research about it is instructive for the history of sociology with a systematic claim. Ferdinand Tönnies comes close to a systematization of the development of modern society with his concept of modern times (Neuzeit). <br>This is also valid for the research program of the theory of society (Gesellschaftslehre). It goes back to Lorenz von Stein. Niklas Luhmann was the first sociologist to develop a theory of society in different versions. But regarding this orientation Tönnies is to mention again because his sociology comes close to a theory of society. Jürgen Habermas and Richard Münch also approach the theory of society which can be characterized by constructing an analytical frame of reference and defining society as an emergent level of actions and communications. <br>The »Frankfurt Sociology« in particular has been misrepresented again and again. Thus corrections are required in order to characterize the Frankfurt Sociology by its is several different directions.</p> Gerhard Preyer ##submission.copyrightStatement## 2017-07-01 2017-07-01 3 296 305 Soziologie der Nachhaltigkeit http://publikationen.soziologie.de/index.php/soziologie/article/view/935 <p>Anfang 2017 wurde von der DFG das Wissenschaftliche Netzwerk »Soziologie der Nachhaltigkeit« eingerichtet. Ziel des Netzwerks ist es, Nachhaltigkeit als soziologischen Gegenstand zu erschließen und der Soziologie in der Nachhaltigkeitsdebatte eine Stimme zu geben. Die unter Normativitätsgesichtspunkten soziologische Skepsis gegenüber Nachhaltigkeit muss dabei nicht aufgegeben, sondern kann vielmehr produktiv gewendet werden: Denn durch ein sozialtheoretisches Erschließen sowie eine gesellschaftstheoretische Verortung von Nachhaltigkeit vermag es gerade die Soziologie, eine handlungsorientierte Nachhaltigkeitsdebatte auf sicheren theoretischen Grund zu stellen. Dabei liegt in der Multiparadigmatizität der Soziologie zugleich ihre Stärke, die es auszuspielen, und eine Herausforderung, der es zu begegnen gilt. Im Anschluss an das erste Arbeitstreffen im März 2017 gilt es im Rahmen künftiger Aktivitäten des Netzwerks, anhand der Diskussion konkreter Sachthemen (Energie, Klimawandel, Mobilität, Boden) und ausgehend von Unterschieden und Gemeinsamkeiten der eingebrachten Perspektiven die Konturen eines soziologischen Nachhaltigkeitskonzepts zu entwickeln und in der wissenschaftlichen sowie idealerweise auch in der politischen Debatte sichtbar zu machen.</p> <p>In the beginning of 2017 the scientific network »Sociology of Sustainability« was founded by the DFG. The aim of the network is to make sustainability a specific sociological issue and to give sociology a voice in the sustainability debate. There is no need for sociology to suspend its scepticism towards the normative implications of sustainability; on the contrary, it can be made productive. In fact, by addressing sustainability from the perspective of social theory and locating the issue in the field of the theory of society, sociology is particularly suitable for providing a solid theoretical basis for a practice-oriented debate on sustainability. The multi-paradigmatic character of sociology is both a strength that should be developed and utilized and a challenge that should be met. Following the discussions at the first meeting in March 2017 further network activities will draw on recent debates on relevant issues (energy, climate change, mobility, soil) and on an analysis of differences and similarities to outline a sociological sustainability strategy which will then be introduced to the scientific debate and, if at all possible, the political debate as well.</p> Anna Henkel ##submission.copyrightStatement## 2017-07-01 2017-07-01 3 306 321 DGS-Nachrichten http://publikationen.soziologie.de/index.php/soziologie/article/view/936 <ul> <li>Nicole Burzan:&nbsp;Brief der neuen DGS-Vorsitzenden</li> <li>Vorstand der DGS 2017 bis 2019&nbsp;</li> <li>Veränderungen in der Mitgliedschaft</li> </ul> DGS-Nachrichten Redaktion ##submission.copyrightStatement## 2017-07-01 2017-07-01 3 322 329 Berichte aus den Sektionen und Arbeitsgruppen http://publikationen.soziologie.de/index.php/soziologie/article/view/937 <ul> <li>Sektion Alter(n) und Gesellschaft</li> <li>Sektion Arbeits- und Industriesoziologie</li> <li>Sektion Familiensoziologie und Sektion Medizin- und Gesundheitssoziologie&nbsp;</li> <li>Sektion Methoden der qualitativen Sozialforschung&nbsp;</li> <li>Sektion Soziale Ungleichheit und Sozialstrukturanalyse</li> <li>Sektion Wissenssoziologie</li> </ul> Sektionen und Arbeitsgruppen Redaktion ##submission.copyrightStatement## 2017-07-01 2017-07-01 3 330 347 Nachrichten aus der Soziologie http://publikationen.soziologie.de/index.php/soziologie/article/view/938 <ul> <li>Clemens Albrecht:&nbsp;Von der italienischen und deutschen Soziologie zur Soziologie in Deutschland, Italien und Europa?</li> <li>Villa Vigoni-Erklärung zur Förderung eines multilingualen europäischen Konzepts der internationalen Kooperation in den Sozialwissenschaften</li> <li>Call for Papers <ul> <li>Geschichte der deutschsprachigen Soziologie</li> <li>Entgrenzung von Markt und Staat?&nbsp;</li> <li>Biography and Violence</li> </ul> </li> <li>Tagungen <ul> <li>Alterung – Arbeit – Gesundheit</li> <li>Wissensrelationen</li> <li>Funktionen des Professionsbegriffs</li> <li>Governing by numbers&nbsp;</li> <li>Soziologie zwischen Theorie und Praxis</li> </ul> </li> </ul> Nachrichten aus der Soziolgie Redaktion ##submission.copyrightStatement## 2017-07-01 2017-07-01 3 348 367