Die Zeitlichkeiten der Verwaltung(en)
Betreuungen und Übergänge Geflüchteter
DOI:
https://doi.org/10.21241/Schlagwörter:
Organisation, Sozialstaat, Soziale Arbeit, Systemtheorie, Verwaltung, Flucht und MigrationAbstract
In Verwaltungen wird der Umgang mit und der Bezug zur Zeit unterschiedlich gehandhabt. Das fällt insbesondere im Rahmen des Sozialstaats auf, wo unterschiedliche Verwaltungen bzw. ihre Leistungen nur lose miteinander gekoppelt sind. Wenn wir uns also das Verhältnis dieser Verwaltungen bezüglich der Anliegen von Geflüchteten anschauen, fällt auf, dass diese nur begrenzt aufeinander abgestimmt sind. Das liegt an einer basalen Perspektivendifferenz, die sich auch im professionellen Zugriff auf die Anliegen der Geflüchteten zeigt, in denen auch Übergänge eine Rolle spielen. Trotz einer grundsätzlichen Ähnlichkeit von politik- und sozialstaatsnahen Verwaltungen haben wir es hier durchaus mit unterschiedlichen Sachlogiken zu tun, die man zunächst erfassen muss, um ebenso die unterschiedlichen Zeitlichkeiten herausarbeiten zu können, die damit in Verbindung stehen.
Zunächst geht es um die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Verwaltungen in der bisherigen Forschung. Danach wird eine bereits von Armin Nassehi, Irmhild Saake und Bjarne von Gaessler (2024) entwickelte Typologie vorgestellt. Sie wird aber in ihrer theoretischen Entwicklung nochmal deutlich grundsätzlicher erklärt und hergeleitet, weil der Nutzen dieser gerade für Untersuchungen, die sich mit dem Sozialstaat befassen, nicht zu unterschätzen ist. Die Konstruktion einer Typologie, die mit unterschiedlichen Perspektiven rechnet, ist auch auf weitere Bereiche anwendbar und da insbesondere die Organisationen des Wohlfahrtsstaats sehr heterogen sein können und da sie auch in ihrem Aufgabenfeld stark variieren, wird der Konstruktionsprozess genauer beleuchtet, um Inspirationen für weitere Arbeiten zu Perspektivendifferenzen inspirieren zu können. Darauf folgt ein Einblick in empirisches Material mit Mitarbeiter:innen aus unterschiedlichen Verwaltungen, um die unterschiedlichen Sachlogiken und vor allem die unterschiedlichen Zeitregime skizzieren zu können. Der Beitrag schließt mit der markanten Darstellung von miteinander konfligierenden Sach- und Zeitlogiken und gibt einen kurzen Ausblick auf die Frage, ob die unterschiedlichen Logiken und Zeitregime miteinander synchronisiert werden können.
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