Mütter machen

Die Konstruktion von Mutterschaft in der beruflichen Praxis von Hebammen

Authors

  • Eva-Maria Holzgreve Bochum University of Applied Sciences image/svg+xml
  • Ute Lange Hochschule Bochum
  • Rainhild Schäfers Universität Münster
  • Mirjam Peters Hochschule Bochum

DOI:

https://doi.org/10.21241/

Keywords:

Mutterschaft, Hebammen, Soziale Statuspassage

Abstract

Das Dissertationsvorhaben untersucht die soziale Konstruktion von Mutterschaft in der beruflichen Praxis von Hebammen. Es geht der Frage nach, welche Ideale, Narrative und Vorstellungen von Mutterschaft durch Hebammen vertreten und in der Interaktion mit Nutzer:innen vermittelt werden. Mutterschaft wird dabei nicht nur als biologischer Prozess verstanden, sondern als kulturell geprägte und durch soziale Praktiken hergestellte Kategorie, die in einem Spannungsfeld aus gesellschaftlichen Normen, medizinischem Wissen, sowie bio- und geschlechterpolitischen Diskursen verhandelt wird.

Hebammen spielen in der „sozialen Statuspassage“ (Mozygemba 2011) der ‚Mutterwerdung‘ eine wesentliche Rolle. In ihrer Berufspraxis prägen sie die gesamtgesellschaftlich häufig an tradierte Geschlechterbilder, Heteronormativität und neoliberale Anforderungen gekoppelten Vorstellungen von ‚guter Mutterschaft‘ mit. Die Forschung greift hier ein aktuelles Desiderat auf: die systematische Analyse dessen, wie Hebammen Vorstellungen von Mutterschaft (re-)produzieren und welche Konsequenzen dies für Gebärende hat – insbesondere vor dem Hintergrund von gesellschaftlichen Forderungen nach Diversität, Inklusion und einer gerechten gesundheitlichen Versorgung.

Methodisch wird ein qualitatives Design mit teilstrukturierten Interviews und teilnehmender Beobachtung gewählt, ausgewertet mit der dokumentarischen Methode (Bohnsack 2014). Theoretisch basiert das Projekt auf Sozialkonstruktivismus, symbolischem Interaktionismus und Ethnomethodologie. So wird ermöglicht, sowohl subjektive Bedeutungskonstruktionen als auch die Reproduktion sozialer Normen analytisch zu erfassen. Zur Integration vielfältiger Perspektiven auf Mutterschaft wird ein varianzmaximiertes Sample in Bezug auf das Spektrum der Hebammenbetreuung sowie weiterer Strukturkategorien (z.B. Alter, Familienstand, Herkunft, Ausbildung/Studium etc.) angestrebt.

Ziel des Vorhabens ist es, aus kritisch-feministischer Perspektive aufzuzeigen, wie Hebammen Mutterschaft in ihren beruflichen Praktiken konstruieren und damit soziale Wirklichkeit mitgestalten. Die erwarteten Ergebnisse sollen einen Beitrag zur Theorieentwicklung in der Hebammenwissenschaft leisten und praxisrelevante Impulse für eine diversitätssensible und gerechte Gesundheitsversorgung bieten. Das Projekt leistet damit einen Beitrag zur soziologischen Auseinandersetzung mit Geschlecht, Körper, Macht und Care im Kontext reproduktiver Gesundheit und Versorgung.

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Published

2026-10-07

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Poster exhibition