Agency als orientierungsstiftende Erwartungsstruktur in unserer digitalen Kultur
DOI:
https://doi.org/10.21241/Keywords:
soziologische Theorie, Erwartung, Agency, soziale Orientierung, Normalisierung, ConvenienceAbstract
Der Vortrag antwortet – aus wissenssoziologischer Perspektive – auf die Frage nach der zunehmenden Plausibilität von Agency im soziologischen wie im alltäglichen Denken. Die Unterstellung von nichthumaner Agency – so die entfaltete These – resultiert aus einer Veränderung unserer Erwartungsstruktur und führt weniger zu einem Orientierungsverlust im Sozialen, sondern vielmehr zu einem Orientierungsgewinn. Zur theoretischen Untersetzung werden erstens Luhmanns Erwartungsbegriff und zweitens Foucaults Modi sozialer Orientierung (Norm, Normierung, Normalisierung) herangezogen. Beide Theorieaspekte werden sodann auf die Eingangsthese bezogen, wobei argumentiert wird, dass sich gegenwärtig mit der »konvenienten Normalisierung« ein weiterer Orientierungsmodus beschreiben lässt, der auf einer Erwartungsstruktur des Vorfalls basiert. Diese Orientierung qua Convenience erlaubt nicht nur den Umgang mit nichthumaner Agency, sondern nutzt die Delegation und Verteilung von Agency auf nichthumane Akteure, um sich sozial orientieren zu können.
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