Biografische und historische Transition

Figuren des Trans in der Zwischenzeit der Geschlechter(ent)differenzierung

Authors

  • Stefan Hirschauer Universität Mainz

DOI:

https://doi.org/10.21241/

Keywords:

Transitionsbegriff, Humandifferenzierung, Trans

Abstract

Der Beitrag beleuchtet den Vorteil des Transitionsbegriffs, anders als Makrokonzepte wie sozialer Wandel und Evolution, zwischen Mikro-, Meso- und Makrozeiten hin und her zu zoomen, an genau jenem Fall, der der Soziologie die Transition als subkulturellen Begriff anbietet. Mit dem historischen Rückbau der Geschlechterdifferenzierung zu einer wachsenden Geschlechtsindifferenz sind drei Figuren von Trans entstanden: Transsexuelle, Transgender und Non-Binäre. Diese Varianten sind menschliche Sinnkondensate einer biografischen Transition vor dem Hintergrund der historischen Transition der Geschlechterdifferenzierung: Übergangsgestalten einer Zwischenzeit. Die ersten beiden sind soziologisch präziser als Crossgender bezeichnet und befinden sich in unvermeidbaren Konflikten mit dem Egalitätsfeminismus, während die dritte Anschluss an die Geschlechtsindifferenz in der Gesellschaft findet und diese zu identitär geframten Lebensstilen pointiert. Der subkulturelle Begriff der Transition meint i.d.R. eine teleologische Transformation und euphemisiert die Brüche, Konfrontationen und Ambivalenzabwehr im Rahmen politischer Kämpfe um Anerkennung. Ein soziologischer Transitionsbegriff hat dagegen das Potential, auf einer prozesstheoretischen Basis einerseits Identitäten als gehärtete Selbstverständnisse und Resultat von biografischen Identarisierungen zu rekonstruieren, andererseits dauerhafte gesellschaftliche Strukturen als historisch gewachsene Effekte des elementar Transitorischen am Sozialen.

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Published

2026-10-07

Issue

Section

Plenum 1: ›Transition‹ | Begriffsklärungen und Theoriekonzepte