Junge Menschen unter Zeitdruck – Spielt der Sozialstaat bei der subjektiv wahrgenommenen Geschwindigkeit des Erwachsenwerdens eine Rolle?
DOI:
https://doi.org/10.21241/Keywords:
Subjektiv wahrgenommener Zeitdruck, junge Menschen, Sozialstaat, AID:A, Erwerbszentrierung, Lebenslauf, Zeitdruck, Jugend, Studierende, Schüler:innenAbstract
Der Beitrag analysiert Zeit als eine zentrale, aber häufig unterschätzte Dimension sozialstaatlichen Handelns und zeigt, wie der Sozialstaat Lebensläufe junger Menschen zeitlich strukturiert. Insbesondere das Prinzip der Erwerbszentrierung setzt normative Erwartungen an einen schnellen, geradlinigen Übergang von Bildung in Erwerbstätigkeit, die von jungen Menschen internalisiert werden und subjektiven Zeitdruck erzeugen.
Anhand zweier Beispiele für sozialpolitische Maßnahmen, die darauf ausgerichtet sind, einen schnelleren Erwerbseinstieg junger Menschen zu ermöglichen, wird mit diesem Diskussionsbeitrag beleuchtet, inwiefern eine Verschränkung von sozialstaatlichem Handeln und Zeitlichkeit bezüglich des Erwachsenwerdens junger Menschen existiert und diese mit subjektiv wahrgenommenem Zeitdruck einhergehen.
Auf Basis der AID:A-Daten (2019) wird deutlich, dass der wahrgenommene Zeitdruck mit zunehmendem Alter steigt, während das Gefühl, sich zeitliche Freiräume leisten zu können, abnimmt. Sozialpolitische Maßnahmen wie die Verkürzung der gymnasialen Schulzeit (G8) und der Bezug von BAföG oder Stipendien gehen mit erhöhtem Zeitdruckempfinden bei jungen Menschen einher.
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