Architektur der Ausgrenzung

‚Feindliche Architektur‘ als spezifisches Phänomen Europas

Authors

DOI:

https://doi.org/10.21241/

Keywords:

Architektur, ‚Feindliche Architektur‘, innerstädtische Ausgrenzung, Architektursoziologie

Abstract

Im öffentlichen Raum manifestieren und materialisieren sich soziale Ungleichheiten. Dies hat zur Konsequenz, dass der öffentliche Raum als Inbegriff des Politischen permanenten Aushandlungs- und Verdrängungsmechanismen unterworfen ist, die in Form urbaner öffentlicher Architektur auch gesellschaftliche und ökonomische Transitionen widerspiegeln. Der Beitrag zielt deshalb darauf ab, die baulichen Veränderungen und gesellschaftlichen Übergänge im öffentlichen Raum als Teil einer bestimmten architektonischen Kultur Europas zu verstehen und sichtbar zu machen.

Im Rahmen dessen verfolgt der Vortrag den Grundverdacht, dass Architekturen, verstanden als ein „Beitrag zur Hervorbringung der menschlichen Kultur und Gesellschaft“ (Steets 2015, S. 108) und als „Gestalt der Gesellschaft“ (Delitz 2009, S. 17), einerseits einen spezifischen Beitrag zur Konstitution des Sozialen leisten und dass sich deshalb auch sozio-ökonomische Transformationsprozesse architektonisch und städtebaulich abbilden. Dies soll am Beispiel der sog. „feindlichen Architektur“ erläutert werden. So ist diese Form der Architektur nicht nur überall in Europa zu finden, sondern fördert auch ganz konkret und auf je eigene Weise in europäischen Städten Verdrängungsdynamiken und „Versicherheitlichungen“. So wird aufgezeigt, dass diese Form der Architektur zu ebenjener Konstitution des Sozialen beiträgt, in diesem Fall zu den konkreten Praktiken und Institutionen, wie etwa Diskursen und Affekten der Verdrängung.

Darüber hinaus werden die Fragen behandelt, welche Individuen von ‚feindlicher Architektur‘ ausgegrenzt werden und um welche gesellschaftlich konstitutive Grenzziehung es sich hierbei handelt (Foucault 2018). Denn um Rückschlüsse auf die inneren Werte, Funktionsweisen und Übergänge einer Gesellschaft zu gewinnen, ist es unerlässlich, eine „Geschichte der Grenzen“ (Foucault 2018, S. 9) zu schreiben, die auch etwas über das Außerhalb einer Gesellschaft aussagt. Im Ergebnis entsteht so ein klares Bild davon, wie gesellschaftliche Ungleichheiten und Transitionen räumlich, materiell und architektonisch gefasst werden und wie dies gesellschaftliches Zusammenleben innerhalb europäischer Städte beeinflusst.

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Published

2026-10-07

Issue

Section

Ad-Hoc: Architektur – Zur Materialität und Räumlichkeit gesellschaftlicher Transitionen (AdH10)

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