Schwere Arbeitsausbeutung in Deutschland: Wirkmechanismen für die Entstehung einer neuen Form von Prekarität

Autor/innen

  • René Böhme Institut Arbeit und Wirtschaft

DOI:

https://doi.org/10.21241/

Schlagwörter:

Arbeitsausbeutung, Prekarität, Arbeitsmarktsegmentation, Arbeitsrecht, Institutionelle Mechanismen

Abstract

Der Beitrag untersucht schwere Arbeitsausbeutung in Deutschland aus der Perspektive des Hilfesystems und nimmt damit eine bislang nur begrenzt erschlossene empirische Sichtweise in den Blick. Auf Grundlage einer Befragung spezialisierter Fachberatungsstellen sowie arbeitsmarkt- und gewerkschaftsnaher Beratungsangebote werden Wahrnehmungen, Problemlagen und Handlungsspielräume im Umgang mit Arbeitsausbeutung analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass schwere Arbeitsausbeutung weniger als singuläre Rechtsverletzung erscheint, sondern als Ergebnis eines Zusammenwirkens institutioneller, rechtlicher und arbeitsmarktbezogener Faktoren. Besonders deutlich werden Defizite in der Durchsetzung arbeits- und sozialrechtlicher Ansprüche, begrenzte Zugänge zu existenzsichernden Leistungen, eine selektive Rechtsdurchsetzung sowie strukturelle Abhängigkeiten migrantischer Beschäftigter. Aufbauend auf diesen Befunden arbeitet der Beitrag zentrale Wirkmechanismen heraus, die ausbeuterische Beschäftigungsverhältnisse ermöglichen und stabilisieren. Die Analyse ordnet diese Mechanismen in arbeitsmarkt- und ungleichheitssoziologische Debatten ein und diskutiert sozialpolitische sowie forschungsbezogene Konsequenzen.

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Veröffentlicht

07.10.2026

Ausgabe

Rubrik

Sektion Soziale Ungleichheit und Sozialstrukturanalyse: Transitionen in der Arbeitswelt und ihre Folgen für soziale Ungleichheit (Sek46)