Klasse und Moral
Gerechtigkeitsansprüche und Arbeitskonflikte bei der Deutschen Post
DOI:
https://doi.org/10.21241/Schlagwörter:
Arbeitssoziologie, Klassen, Moralökonomie, Dienstleistung, Privatisierung, Gerechtigkeitsansprüche, ArbeitskonfliktAbstract
Die Deutsche Post erbringt Jahrzehnte nach der Privatisierung gesetzlich geschützte Universaldienste. Die Regulierung schränkt Preiserhöhungen und Leistungskürzungen ein. Daher forciert das Management die Rationalisierung von Arbeitsprozessen und die Reduzierung von Personalkosten, die mit vielschichtigen innerbetrieblichen Auseinandersetzungen einhergehen. Die Aushandlungen sind in eine betriebliche Sozialordnung eingebettet, die sowohl von dem sozialintegrativen Erbe der ehemaligen Bundespost geprägt ist, als auch durch eine „vermarktlichte Unternehmensführung“ (Sauer 2018). In den Konflikten werden tiefliegende moralische Überzeugungen und Gerechtigkeitsansprüche einer sozial heterogenen Belegschaft sichtbar. Der Beitrag rekonstruiert die Moralökonomie der Post-Belegschaft und verortet sie mit Hilfe einer Forschungsheuristik klassentheoretisch. Die Vermittlung von Arbeitssoziologie und Klassendebatte schließt so wechselseitig konzeptionelle Leerstellen.
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