Transitionen von Daten und Wissen in Archivierung und Sekundäranalyse: von unsichtbaren Interviewer*innen und scheinbaren Interviewfehlern
DOI:
https://doi.org/10.21241/Schlagwörter:
Sekundäranalyse, Datenarchive, qualitative Interviews, Transkripte, Methodenwissen, InterviewfehlerAbstract
Forschungsdaten durchlaufen vom Moment ihrer Erzeugung über die Aufbereitung und Analyse hin zur Publikation zahlreiche Transformationen, die sich mit dem Begriff der „Daten-Karrieren“ (Meier zu Verl 2018) fassen lassen. Im vorliegenden Beitrag betrachten wir Transitionen von Daten und Wissen in Archivierung und Sekundäranalyse qualitativer Interviewdaten aus unserer Perspektive als Sekundärforscherinnen in zwei DFG-geförderten Methodenforschungsprojekten zur qualitativen Interviewforschung. Wir fokussieren dabei auf zwei uns zunächst irritierende Beobachtungen: Zum einen blieben die Interviewenden in den Interviewtranskripten zahlreicher Studien unsichtbar. Diese Unsichtbarkeit der für die Datenproduktion konstitutiven Arbeit der Interviewenden steht in Kontrast zur Grundüberzeugung qualitativer Forschung im Allgemeinen (Hollstein und Ullrich 2003) und Sekundärforschung im Speziellen (Heuer et al. 2020), dass Kontextwissen eine wertvolle Ressource für die Rekonstruktion von Sinn darstellt. Zum anderen enthielten einige Interviews eine Reihe von Frageformaten, die aus Sicht der Methodenliteratur eigentlich als „Interviewfehler“ gelten. Durch exemplarische Analysen der Formen und Funktionen dieser Frageformate vollzog sich eine Transition unseres Wissens, die mit der Verwunderung über die Häufung von „Interviewfehlern“ begann und zu überraschenden Einsichten in die interaktive Funktionalität dieser Frageformate führte.
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