Die Anthropomedialität des ,Avatars‘
Metamorphose, Körpertechnik, Ritual
DOI:
https://doi.org/10.21241/Schlagwörter:
Medienanthropologie, Avatar, Metamorphose, Ritual, Körpertechnik, ExistenzweiseAbstract
Dem Beitrag liegt die Beobachtung zugrunde, dass die Begriffsbezeichnung ‚Avatar‘ mittlerweile medienübergreifend auf eine Vielzahl verschiedener Technologien sowie Erscheinungsweisen sogenannter virtual humans angewendet wird. In diesem Kontext werden die prozessualen Implikationen eines Transitionsbegriffs unmittelbar nachvollziehbar, insbesondere mit Blick darauf, dass inzwischen Teile des sozialen Lebens durch ‚Avatare‘ re-organisiert werden: Obwohl sie nicht lebendig sind, können (oder sollen) sie den Eindruck von Lebendigkeit vermitteln. Als Interaktionspartner treten sie in Service- und Dienstleistungswelten auf. In Spielumgebungen sorgen sie wiederum dafür, dass Nutzer/-innen für andere adressierbar werden. Somit scheint es für eine Beschreibungs- und Analyseleistung der Figur ,des Avatars‘ notwendig, Aspekte des Sozialen, des Körperlichen, ebenso wie Aspekte des Bildlichen in den Blick zu nehmen. Denn diese sind die zentralen Bereiche, in denen (digitale) Körper Transitionen durchlaufen. Somit rücken Interaktionsformen (das Soziale in Form des Rituellen) und die Konstitution des ‚Avatars‘ als Erscheinungsweise (das Körperliche bzw. in Frageform gefasst: „Wie gibt ,er‘ Sich-Zu-Zeigen?“) in den Fokus, die stellenweise bereits wissenschaftlich untersucht werden. Auch werden mit ständig neuen Avatar-Anwendungen innerhalb des Forschungsfeldes digitaler Bewegtbildkulturen zunehmend Fragen an diese Figur gerichtet, die sich mit den veränderten Bedingungen und Auswirkungen generativ erzeugter Bilder (das Bildliche) befassen. Gleichzeitig lässt sich vor dem Hintergrund der breit gefächerten Forschungsperspektiven zum ‚Avatar‘ für die Situierung ‚des Menschen‘ im mediatisierten Alltagsgeschehen der Gegenwart feststellen, dass diese Figur in spezifischer Weise Subjekt-Objekt-Verhältnisse herausfordert. Im Anschluss an einen Forschungsbericht schlägt deshalb der Beitrag eine Neuperspektivierung ,des Avatars‘ vor, der ,ihn' mit dem Instrumentarium der Medienanthropologie als anthropomediale Existenzweise ausweist.
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