Die Sakralisierung der Identität als neue Wertorientierung der Identitätspolitik
DOI:
https://doi.org/10.21241/Schlagwörter:
Identitätspolitik, Soziale Ungleichheit, Sakralisierung der Identität, Sakralität der Person, Leitunterscheidung, Diskriminierung, Privileg, Sakralisierung, WertorientierungAbstract
Der Beitrag greift die Frage auf, wie das Verhältnis von Nation und religiösem Erbe neue Formen der Sakralisierung hervorbringt, und analysiert die Sakralisierung der Identität als zentrale Wertorientierung der Identitätspolitik. Meine Studie, in der ich identitätspolitische Autosoziobiographien (Spoerhase 2017) untersucht habe, zeigt, dass identitätspolitische Semantiken soziale Ungleichheit auf eine Weise konstruieren, die Identität und Ungleichheit neu verknüpft. Identitätspolitik erhebt die individuelle Identität zum höchsten schützenswerten Gut und etabliert ein Verständnis von Identität als Mosaik aus privilegierten und diskriminierten Dimensionen, die sich in jeder Person einzigartig verbinden. Damit verschiebt sich das Gleichheitsverständnis: Nicht mehr allgemeine Gleichheit, sondern Gleichheit in der Unterschiedlichkeit rückt ins Zentrum der Semantik.
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