Digitalisierung zwischen Transit und Transition
Sozio-temporale Perspektiven auf die digitale Mediatisierung der Planung
DOI:
https://doi.org/10.21241/Schlagwörter:
Mediatisierung planerischen Handelns, Digitale Transformation, Sozio-Temporalität, Technisiertes Wissen, Infrastrukturbau, Building Information ModelingAbstract
Die digitale Transformation im Planungswesen wie auch im Städte- und Infrastrukturbau hat in jüngerer Zeit größere Aufmerksamkeit erfahren. Der Beitrag untersucht am Beispiel der digitalen Planungsmethode Building Information Modeling (BIM), inwieweit die digitale Mediatisierung der professionellen Planungspraxis, und das heißt auch ihre im organisationalen Arbeitsalltag wahrgenommene infrastrukturelle und handlungsförmige Realisierung, nicht nur als einseitige Entwicklung des permanenten Fortschritts (Transition) zu verstehen ist, sondern auch als ein synchron dazu verlaufender Prozess des Verzögerns, (Ab)Wartens (Transit), Verweigerns oder Ablehnens. Aus planungssoziologischer Perspektive erscheinen diese Entwicklungen reflexionsbedürftig, weil sich (gerade am Beispiel von BIM) zum einen in der diskursiven Gemengelage um technologische Innovationen, zeitliche, ökonomische Effizienz und Optimierungen kollaborativer Handlungsformen in der Planung alte Rationalisierungsmythen widerspiegeln, die bereits vor der digitalen Mediatisierung mit Planung in Verbindung gebracht wurden. Andererseits werden die Auswirkungen der Digitalisierung sowie die Mediatisierung planerischen Handelns bisher kaum planungssoziologisch berücksichtigt. Die Ausführungen stützen sich auf empirische Analysen qualitativer Interviews mit Expert*innen aus dem Architektur- und Ingenieurwesen sowie mit erfahrenen Fachplaner*innen aus verschiedenen Bereichen der Gebäude- und Infrastrukturplanung.
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