‚Trübe Stimmung, taube Nippel, tote Hose‘

Eine intersektionale Analyse der Einverleibung von Psychopharmaka und deren transitive Effekte im sexuell-affektiven Feld

Autor/innen

DOI:

https://doi.org/10.21241/

Schlagwörter:

Psychopharmaka, Psychiatrie, Sexualität, Geschlecht, Intersektionalität, Kritik, Enteignung, Entfremdung, emotionales Selbstmanagement, Mad Studies, Habitus

Abstract

Mit der Konzeptualisierung der Einnahme von Psychopharmaka als sozial-technische (Re-)Konfiguration wird im Beitrag zuerst eine theoretische Antwort gegeben. Hiernach lässt sich die Einverleibung der Pillen als Kopplungsprozess verstehen, wobei das Wirkungsmuster der Psychopharmaka entsprechend der (Re-)Konfiguration von Affektmustern als heilend oder schädigend bestimmt wird. Um die sexuell-affektiven Effekte auf die Sexualität von Psychiatrisierten verstehen zu können, gilt es, die sozialen Verhältnisse empirisch zu analysieren. Deshalb beruht die zweite Antwort des Beitrags auf der Erhebung von problemzentrierten, teilbiografischen Leitfadeninterviews und ihrer Auswertung bestehend aus einem Zweischritt von Grounded Theory und intersektionaler Analyse. Hierdurch lässt sich (re-)konstruieren, dass sich mit der Einverleibung der Psychopharmaka eine affektive Enteignung vollzieht und sich Entfremdung einstellt. Während die psychiatrische Deutungsmacht bei der Enteignung bestimmend ist, zeigt sich im (Selbst-)Verhältnis der Entfremdung, dass Subjekte vergeschlechtlichte Strategien des emotionalen Selbstmanagements anwenden, um die Erwartungen im sexuellen Feld auch bei gefühllosem Lustempfinden erfüllen zu können.

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Veröffentlicht

07.10.2026

Ausgabe

Rubrik

Ad-Hoc: Transition? Nicht ohne uns! – Studentische Perspektiven auf Transitionen (AdH84)