Zwischen Heilsversprechen, Esoterik und Verschwörungsdenken

Digitale soziale Netzwerke und ihre diskursiven Dynamiken im Feld der Konspiritualität

Autor/innen

DOI:

https://doi.org/10.21241/

Schlagwörter:

Netzwerkanalyse, Verschwörungsideologien, Esoterik, Alternativmedizin, Konspiritualität, Pandemie

Abstract

Der Beitrag untersucht die diskursiven Verflechtungen zwischen Esoterik, sogenannten alternativen Heilmethoden und verschwörungsideologischen Narrativen im Kontext der Corona-Pandemie. Auf Basis einer Mixed-Methods-Studie, die soziale Netzwerkanalysen mit qualitativer Diskursanalyse kombiniert, werden Daten von Twitter und Telegram analysiert. Methodisch folgt die Untersuchung einem Zoom-In-Zoom-Out-Prozess: Forwarded-from-Netzwerke, Zentralitätsmaße und BERTopic-Modellierungen erschließen die Makrostruktur des Diskursraums, während ein deduktiv-induktives Kategoriensystem mit sieben Hauptkategorien und 52 Subkategorien die Mikroebene der Inhalte erfasst. Die Ergebnisse zeigen, dass die Pandemie als Katalysator wirkte und einen konspirituell-alternativmedizinischen Diskursraum verdichtete, der durch Forwarding-Logik, autoritative Redundanz und Monetarisierungsdynamiken strukturell stabilisiert wird. Theoretisch wird argumentiert, dass es sich nicht um ein neues Phänomen handelt, sondern um die digitale Reaktivierung historisch seit dem 19. Jahrhundert gewachsener Verflechtungen, die in bisherigen Konzeptionierungen von Konspiritualität systematisch unterbelichtet blieben.

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Veröffentlicht

07.10.2026

Ausgabe

Rubrik

Sektion Soziologische Netzwerkforschung: Aktuelle Beiträge zur Erhebung und Analyse sozialer Netzwerke (Sek54)

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