More Data – More Interpretation?
Zur interpretativen Diskursanalytik des Quantitativen
DOI:
https://doi.org/10.21241/Schlagwörter:
Diskursanalyse, Digitalisierung, interpretative Sozialforschung, computergestützte AnalyseverfahrenAbstract
Der Beitrag untersucht, wie quantitative und computerbasierte Verfahren in die interpretative Diskursforschung integriert werden können. Zwar ermöglichen Verfahren wie Text Mining oder LLMs die Analyse großer digitaler Datenmengen, doch reduzieren sie Diskurse häufig auf messbare Muster und Häufigkeiten. Der Beitrag plädiert daher für eine interpretative Diskursanalytik des Quantitativen, in der quantitative Verfahren als heuristische Werkzeuge dienen und systematisch mit qualitativer Feinanalyse verbunden werden. Am Beispiel des Innovationsdiskurses im Deutschen Bundestag zeigt die Autorin, wie sich die Kombination beider Ansätze nutzen und dadurch der Bedeutungswandel des Innovationsbegriffs rekonstruieren lässt. Entscheidend ist dabei, Implikationen des Digitalen, wie etwa algorithmische Entscheidungen, kritisch zu reflektieren, denn mehr Daten bedeuten nicht automatisch mehr Erkenntnis, sondern erfordern mehr Theorie, Methodologie und Interpretation.
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