Vom Erleben der Krise zum krisenhaften Erinnern - Die DDR im Familiengedächtnis

Hanna Maria Haag

Abstract


Der vorliegende Beitrag setzt sich mit der Frage auseinander, wie sich die kommunikative Verarbeitung einer gesellschaftlichen Krise im Rahmen kollektiver Erinnerungspraktiken gestaltet. Anhand von Fallbeispielen werden drei krisenhafte Modi familiärer Erinnerung an die DDR-Vergangenheit dargestellt. Die Untersuchung zeigt, dass die Wahrnehmung eines gesellschaftlichen Wandlungsprozesses als Krise zur krisenhaften Erinnerung an die Vergangenheit in der gegenwärtigen Lebenssituation führt.


Schlagworte


Gedächtnis; Erinnerung; DDR

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Literaturhinweise


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