Die routinisierte Krisenhaftigkeit städtischen Alltagslebens: Einführung

Gabriela Christmann, Sybille Frank, Johanna Hoerning, Silke Steets

Abstract


Städte sind aufgrund ihrer Dichte und Heterogenität sowie ihrer Abhängigkeit von fragilen sozialen, wirtschaftlichen und technischen Prozessen hochgradig anfällig für Krisen. Städtisches Alltagsleben war daher immer schon von einer Vielzahl an Situationen geprägt, die sich als krisenhafte Auseinandersetzungen fassen lassen.

Krisenhafte Auseinandersetzungen in Städten sollen in dieser Sektionsveranstaltung als Normalitätsbrüche verstanden werden, die von Städter/-innen als Einschnitte (in manchen Fällen vielleicht sogar als Ausnahmezustand) wahrgenommen werden und in denen sie ihre Handlungsroutinen herausgefordert sehen. Es lässt sich allerdings vielfach beobachten, dass krisenhafte Erscheinungen nicht ein temporäres Ereignis bleiben, sondern zu einem Dauerzustand werden, bzw. dass sich verschiedene krisenhafte Erscheinungen aneinanderreihen. Vor diesem Hintergrund können sich routinisierte Praktiken in der Krise entwickeln.

Es sind zahlreiche Beispiele für städtische Krisenerfahrungen denkbar, von denen hier nur einige genannt werden sollen: Dazu gehören Erfahrungen von Einschnitten bzw. (permanenten) Ausnahmezuständen im städtischen Alltagsleben durch Differenzerfahrungen, durch gewaltvolle soziale Unruhen, durch politische Umwälzungen, aber auch durch Folgen von Extremwetterereignissen, länger anhaltende Störungen kritischer Infrastruktursysteme oder das Wegbrechen eines charakteristischen Wirtschaftszweiges mit nachfolgenden sozialen und Identitäts-Krisen in einer Stadt. Die Sektionsveranstaltung präsentiert Beiträge, die Krisenerfahrungen wie auch Handlungspraktiken von Akteur/-innen in solchen städtischen Krisen betrachten.


Schlagworte


Krise; Stadt; Alltag; Praktiken

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