Die routinisierte Krisenhaftigkeit städtischen Alltagslebens: Einführung

  • Gabriela Christmann Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung
  • Sybille Frank Technische Universität Berlin
  • Johanna Hoerning Technische Universität Berlin
  • Silke Steets Technische Universität Darmstadt
Schlagworte: Krise, Stadt, Alltag, Praktiken

Abstract

Städte sind aufgrund ihrer Dichte und Heterogenität sowie ihrer Abhängigkeit von fragilen sozialen, wirtschaftlichen und technischen Prozessen hochgradig anfällig für Krisen. Städtisches Alltagsleben war daher immer schon von einer Vielzahl an Situationen geprägt, die sich als krisenhafte Auseinandersetzungen fassen lassen.

Krisenhafte Auseinandersetzungen in Städten sollen in dieser Sektionsveranstaltung als Normalitätsbrüche verstanden werden, die von Städter/-innen als Einschnitte (in manchen Fällen vielleicht sogar als Ausnahmezustand) wahrgenommen werden und in denen sie ihre Handlungsroutinen herausgefordert sehen. Es lässt sich allerdings vielfach beobachten, dass krisenhafte Erscheinungen nicht ein temporäres Ereignis bleiben, sondern zu einem Dauerzustand werden, bzw. dass sich verschiedene krisenhafte Erscheinungen aneinanderreihen. Vor diesem Hintergrund können sich routinisierte Praktiken in der Krise entwickeln.

Es sind zahlreiche Beispiele für städtische Krisenerfahrungen denkbar, von denen hier nur einige genannt werden sollen: Dazu gehören Erfahrungen von Einschnitten bzw. (permanenten) Ausnahmezuständen im städtischen Alltagsleben durch Differenzerfahrungen, durch gewaltvolle soziale Unruhen, durch politische Umwälzungen, aber auch durch Folgen von Extremwetterereignissen, länger anhaltende Störungen kritischer Infrastruktursysteme oder das Wegbrechen eines charakteristischen Wirtschaftszweiges mit nachfolgenden sozialen und Identitäts-Krisen in einer Stadt. Die Sektionsveranstaltung präsentiert Beiträge, die Krisenerfahrungen wie auch Handlungspraktiken von Akteur/-innen in solchen städtischen Krisen betrachten.

Autor/innen-Biografie

Sybille Frank, Technische Universität Berlin

Juniorprofessorin für Stadt- und Regionalsoziologie

Institut für Soziologie

TU Berlin

Veröffentlicht
2015-12-23
Rubrik
Sektion Stadt- und Regionalsoziologie: Die routinisierte Krisenhaftigkeit städtischen Alltagslebens