Diffusionshürden und Entwicklungsmöglichkeiten von zivilgesellschaftlichen Organisationen im Energiebereich

Daniel Dorniok

Abstract


Die Unternehmensform der Genossenschaft wird derzeit als adäquate Organisationsform zur Gestaltung partizipativer Prozesse des Wandels wiederentdeckt. Dies gilt ganz besonders für die Transformation der Energiesysteme, die vor dem Hintergrund des Atomausstiegs, des Klimawandels und des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes an Bedeutung gewonnen haben. Diese oft als „Energiewende“ bezeichnete Entwicklung inkorporiert viele Ansätze, die neben der technisch-ökonomischen Umgestaltung den Aspekt dezentraler und partizipativer Entscheidungsstrukturen hervorhebt. sollen unter Rückgriff auf die Diffusionsforschung und Ergebnisse einer durchgeführten Expertenbefragung identifiziert und analysiert werden. In der Befragung wurde Mitte 2014 die Expertise von über 40 Experten (aus den Bereichen der Genossenschaftsverbände, Forscher, Netzwerker, Change Agents usw.) im Bereich Energiegenossenschaften erhoben und ausgewertet. Die Faktoren, die die Verbreitung von Energiegenossenschaften bedingen, sind bislang nicht systematisch erforscht. Dieser Forschungslücke widmet sich die Arbeit und untersucht im Sinne der Diffusionsforschung die Ursachen für die Verbreitung von Energiegenossenschaften. Die Diffusionstheorie beschreibt dabei Faktoren, wie Kommunikationskanäle und die Ausgestaltung des sozialen Systems, die bei der Verbreitung von Innovationen in gesellschaftlichen Zusammenhängen bedeutsam sind. Aktuell bestehende Faktoren, die die Verbreitung von Energiegenossenschaften hemmen und solche, die sie befördern können, sollen unter Rückgriff auf die Diffusionsforschung und Ergebnisse einer durchgeführten Expertenbefragung identifiziert und analysiert werden. In der Befragung wurde Mitte 2014 die Expertise von über 40 Experten (aus den Bereichen der Genossenschaftsverbände, Forscher, Netzwerker, Change Agents usw.) im Bereich Energiegenossenschaften erhoben und ausgewertet.

Schlagworte


Energiegenossenschaften; Diffusionshürden; Entwicklungsmöglichkeiten; Energiewende;

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