Rekonstruktion familienkonzeptbezogener Lern- und Bildungsprozesse. Ein theoretisch-methodologischer Blick auf die Konstruktion von Familienzusammenhängen im Rahmen familiärer Übergänge

Frank Mücher, Matthias Euteneuer

Abstract


Folgender Beitrag befasst sich mit auf die Gestaltung des Familienalltags bezogenen Lern- und Bildungsprozessen, die unserer Annahme nach vor allem in familialen Übergangsphasen stattfinden. Ausgehend von einer Konzeption von Familie als interaktiv zu gestaltenden Sozialzusammenhang, möchten wir an dieser Stelle die theoretisch-methodischen Grundlagen eines gegenwärtig laufenden DFG-Forschungsprojekts zum Thema „Familienkonzeptbezogene Lern- und Bildungsprozesse im Rahmen familiärer Übergänge“ vorstellen und daran anschließend ausgewählte Lern- und Bildungsthematiken exemplarisch am Beispiel familialer Arbeitsteilung erläutern. Ziel dieser qualitativen Längsschnittstudie ist es, Veränderungen von subjektiven Familienkonzepten in biographischer Sicht sowie im Rahmen aktueller Übergänge im Lebenslauf zu erfassen und die damit verbundenen Lern- und Bildungsprozesse transparent zu machen. Die Kernthese unseres Forschungsprojektes lautet, dass sich subjektive Familienkonzepte aus verschiedenen biographisch wie auch gesellschaftlich verfügbaren Familienbildern zusammensetzen, die von Eltern reflexiv in Beziehung gesetzt und dabei möglichst so zueinander positioniert werden, dass die Herausbildung eigener Vorstellungen eines (gelungenen) Familienlebens möglich wird.


Schlagworte


Übergänge im Lebenslauf; Familienbild; Familienkonzept; qualitative Forschung; Bildung

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