Gemeinsam interpretieren

Richard Bettmann, Jo Reichertz

Abstract


Innerhalb der letzten 20 Jahre sind vermehrt Kommunikationssituationen und Kommunikationsprozesse zum Gegenstand qualitativer Forschungsprojekte erklärt worden. Bemerkenswerterweise wurden die Kommunikationsprozesse in wissenschaftlichen Interpretengruppen bei der Auswertung qualitativer Daten noch nicht hinreichend untersucht.

Der Beitrag führt ein in das Paradigma des Kommunikativen Konstruktivismus. Zudem wird diskutiert, welche Bedeutung diese wissenschaftsprogrammatische Ausrichtung für die Forschung hat, bevor zum Schluss ein Ausblick auf ein vorbereitetes Forschungsprojekt gegeben wird, indem die Praxis des gemeinsamen interpretierens sowohl wissenssoziologisch als auch psychoanalytisch und kommunikationssoziologisch rekonstruiert und erklärt werden soll.


Schlagworte


Kommunikation; Konstruktivismus

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Literaturhinweise


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