Ungleich, aber gerecht? Legitimationsangebote für Ungleichheit in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung seit 1970

  • Luzie Sennewald Georg-August-Universität Göttingen
Schlagworte: Soziale Ungleichheit, Ideologiekritik, Hegemonie

Abstract

An der Notwendigkeit und Legitimität von bestehenden Ungleichheiten zweifeln ernsthaft nur die wenigsten Menschen. In der aufstiegsorientierten Mittelschicht finden neoliberale Argumente und die damit einhergehenden Legitimationsmuster trotz Krisenstimmung und Abstiegsängsten weiterhin breite Zustimmung. Diese Legitimationsmuster werden in der (Medien-)Gesellschaft durch JournalistInnen und PublizistInnen, in ihrer Funktion als „Legitimatoren“  bzw. „organische Intellektuelle“ weitergegeben. Antonio Gramsci folgend fällt diesen darüber hinaus die Aufgabe zu, sich Kompromisse zwischen den extremen Lösungen auszudenken, um moderatere, anschlussfähigere Meinungen zu schaffen. Die Auseinandersetzung damit, welche Legitimationsangebote die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) ihrem Publikum in Bezug auf soziale Ungleichheit und die ideologische Entkopplung von Gleichheit und Gerechtigkeit seit den 1970er Jahren gemacht hat, bildet den Kern der vorliegenden Untersuchung.

Autor/innen-Biografie

Luzie Sennewald, Georg-August-Universität Göttingen

Abteilung für Politische Soziologie und Sozialpolitik

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Literaturhinweise

Anderson, C. 2008: The end of theory. Wired, 23.08.2008, http://www.wired.com/2008/06/pb-theory/ (letzter Aufruf 08.02.2016).
Bird, S. Klein, E., Loper, E. 2009: Natural language processing with Python. Analyzing text with the natural language toolkit. Sebastopol: O’Reilly.
Bourdieu, P. 1996: Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft. Frankfurt am Main: Suhrkamp.
Coleman, J. S. 1986: Social theory, social research, and a theory of action. American Journal of Sociology, 91. Jg., Heft 6, 1309–1335. DOI: https://doi.org/10.1086/228423
Durkheim, É. [1897] 1997: Der Selbstmord. Frankfurt am Main: Suhrkamp.
Esser, H. 1996: What is wrong with 'variable sociology'? European Sociological Review, 12. Jg., Heft 2, 159–166. DOI: https://doi.org/10.1093/oxfordjournals.esr.a018183
Grus, J. 2016: Data Science from Scratch. Sebastopol: O’Reilly.
Kuhn, T. S. 1976: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen. Frankfurt am Main: Suhrkamp.
Mayer-Schönberger, V., Cukier, K. 2013: Big Data. A revolution that will transform how we live, work and think. London: John Murray.
Pentland, A. 2014: Social Physics. New York: Penguin Press.
Popper, K. [1935] 1989. Logik der Forschung. Tübingen: JCB Mohr.
Savage, M., Burrows, R. 2007. The coming crisis of empiricial sociology. Sociology, 41. Jg., Heft 5, 885–899. DOI: https://doi.org/10.1177/0038038507080443
Veröffentlicht
2017-09-20
Rubrik
Ad-Hoc: Legitime Ungleichheiten? Wertorientierungen und Abgrenzungspraktiken der Mittelschichten