Die Lage des „Besseren Wissens“. Zur Entwicklung von Intellektuellen und Experten

Georg Vobruba

Abstract


Was ich für die Behandlung meines Themas voraussetzen muss, ist schnell geklärt. Erstens: Ansatzübergreifend besteht in der Soziologie Einigkeit darüber, dass sich säkularer sozialer Wandel als Entwicklung von weniger komplexen zu komplexeren Gesellschaften beschreiben lässt. Zweitens: Einigkeit besteht auch darüber, dass Überleben Orientierung in den Verhältnissen erfordert, die man als die eigene Gesellschaft interpretiert. Zieht man beide Prämissen zusammen, ergibt sich daraus ein stetig steigender Orientierungsbedarf. Drittens: Einigkeit besteht auch darüber, dass der Rückgriff auf unbefragbar geltende Quellen von Wissen nicht mehr möglich ist. Das ist die Konsequenz des Übergangs vom traditionalen Weltbild zum Weltbild der Moderne.


Schlagworte


Experten; Intellektuelle; Laien; Kritik

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