Migrationsbiographie als politische Erfahrungsgeschichte

Drei Erzählbeispiele aus Gerichtsurteil, Fluchtbiographie und Interview

  • Magnus Treiber LMU München
Schlagworte: Flucht, Eritrea, Äthiopien, Gerichtsurteil, Migrationsbiographie, Asylverfahren

Abstract

Das europäische Asylrecht verlangt eindeutige, rechtsrelevante Erzählungen der individuellen Verfolgung und Flucht. Es nimmt dabei wenig Rücksicht auf die politischen Bedingungen und historischen Einwebungen biographischen Erzählens; mitunter stehen sich im Verfahren die Sprachen der Bürokratie und der Migration dann unvereinbar gegenüber. Mit Bezug auf das Herkunftsland Eritrea setzt dieser Beitrag drei Beispiele aus den ganz unterschiedlichen Textsorten Gerichtsurteil, Fluchtbiographie und Interview in einen breiteren Kontext und betrachtet die individuelle Erzählung als politische Erfahrungsgeschichte.

Literaturhinweise

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Treiber, Magnus. 2017. Migration aus Eritrea. Wege, Stationen, informelles Handeln. Berlin: Reimer.

Veröffentlicht
2019-06-11
Zitationsvorschlag
[1]
Treiber, M. 2019. Migrationsbiographie als politische Erfahrungsgeschichte. Nicole Burzan (Hg.) 2019: Komplexe Dynamiken globaler und lokaler Entwicklungen. Verhandlungen des 39. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Göttingen 2018. . 39, (Juni 2019).
Rubrik
Sektion Biographieforschung: Flucht und Migration: Einsichten der Biographieforschung