Aufstiegsorientierung und -verweigerung

Umgang mit sozialer Ungleichheit

  • Stephan Voswinkel Institut für Sozialforschung an der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Schlagworte: sozialer Aufstieg, Status, Lebensorientierung, Distinktion

Abstract

Moderne Gesellschaften stabilisieren soziale Ungleichheit, indem sie Menschen zumindest formal die Möglichkeit geben, sich in dieser Struktur zu bewegen, sozial aufzusteigen. Zugleich gehört Aufstiegsstreben zur Anrufung an moderne Subjekte, eine Anrufung, die – auf die Gesamtheit der Gesellschaftsmitglieder bezogen – offensichtlich uneinlösbar ist. Empirische Ergebnisse zeigen, dass das Verhalten zu ihrer sozialen Position wesentlicher Bestandteil der Lebens- und somit auch der Arbeitsorientierungen von Menschen ist. Der Beitrag skizziert aufbauend auf empirischen Ergebnissen die in verschiedenen Lebensorientierungen enthaltenen unterschiedlichen Formen des Umgangs mit dem Versprechen des sozialen Aufstiegs.

Literaturhinweise

Beck, U. 1986. Die Risikogesellschaft. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Bourdieu, P. 1984. Die feinen Unterschiede. Frankfurt am Main, 3. Aufl.: Suhrkamp

Bourdieu, P. 1998. Praktische Vernunft. Zur Theorie des Handelns. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Dubet, F. 2012. Die Grenzen der Chancengleichheit. Nueva Sociedad Sonderheft 2012:164–171.

El-Mafaalani, A. 2012. BildungsaufsteigerInnen aus benachteiligten Milieus. Habitustransformation und soziale Mobilität bei Einheimischen und Türkeistämmigen. Wiesbaden: Springer VS.

Giegel, H-J. 1989. Distinktionsstrategie oder Verstrickung in die Paradoxien gesellschaftlicher Umstrukturierung. In Klassenlage, Lebensstil und kulturelle Praxis, Hrsg. K. Eder, 143–187. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Hürtgen, S. und S. Voswinkel. 2014. Nicht normale Normalität? Anspruchslogiken aus der Arbeitnehmermitte. Berlin: edition sigma.

Kohlrausch, B. 2018. Abstiegsängste in Deutschland. Ausmaß und Ursachen in Zeiten des erstarkenden Rechtspopulismus. HBS-Working Paper 058, https://www.boeckler.de/pdf/p_fofoe_WP_058_2018.pdf (letzter Aufruf: 20 Januar 2019).

Nachtwey, O. 2016. Die Abstiegsgesellschaft. Über das Aufbegehren in der regressiven Moderne. Berlin: Suhrkamp.

Sayer, A. 2002. What are you worth? Why class is an embarassing subject. Sociological Research Online 7(3):13.

Voswinkel, S. 2013. Was wird aus dem „Fahrstuhleffekt“? Postwachstum und Sozialer Aufstieg. Working Paper 08/2013 der DFG-KollegforscherInnengruppe Postwachstumsgesellschaften, www.kolleg-postwachstum.de/sozwgmedia/dokumente/WorkingPaper/wp8_2013.pdf (letzter Aufruf 20. Januar 2019).

Voswinkel, S. 2018. Der statusorientierte Mensch als Homo oeconomicus der Soziologie. WestEnd. Neue Zeitschrift für Sozialforschung 15(1):119–128.

Veröffentlicht
2019-06-07
Zitationsvorschlag
[1]
Voswinkel, S. 2019. Aufstiegsorientierung und -verweigerung. Nicole Burzan (Hg.) 2019: Komplexe Dynamiken globaler und lokaler Entwicklungen. Verhandlungen des 39. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Göttingen 2018. . 39, (Juni 2019).
Rubrik
Ad-Hoc: Gesellschaftliche Bedeutung subjektiver Arbeitsaneignungen