Cancel-Culture im transnationalen Beziehungskontext

Eine neue Dimension der Skandalisierung?

Autor/innen

DOI:

https://doi.org/10.21241/

Schlagwörter:

Skandalisierung, Metainvektivität, Cancel-Culture

Abstract

Der Beitrag untersucht am Beispiel des Hashtags #BoycottMulan, wie sich Dynamiken von Skandalisierung im transnationalen Kontext unter den Bedingungen von Cancel-Culture verändern. Der Fall des Boykottaufrufs gegen den Disneyfilm Mulan (2020) – entstanden im Umfeld der prodemokratischen Proteste in Hongkong und der Menschenrechtsdebatten um Xinjiang – verdeutlicht, wie sich verschiedene Deutungsansprüche über Moral, Verantwortung und Legitimität in global vernetzten Öffentlichkeiten überlagern.

Daraus lassen sich drei zentrale Befunde ableiten: Zunächst zeigt sich Cancel-Culture als doppelt skandalisierender Prozess, der einerseits moralische Verstöße markiert und andererseits selbst zum Gegenstand von Skandalisierung wird. Zweitens wird deutlich, dass Cancel-Culture Skandalisierungsprozesse transformiert, die mit metainvektiver Kommunikation einhergehen, in der Invektivität selbst reflektiert und zugleich reproduziert wird. Schließlich wird Cancel-Culture als Ausdruck prekärer transnationaler Interdependenzen sichtbar, in denen kulturelle, politische, ökonomische und mediale Ebenen unauflöslich miteinander verflochten sind.

References

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Veröffentlicht

07.10.2026

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Rubrik

Ad-Hoc: Neues vom Skandal?! Forschungsstand und theoretische Anschlüsse an ein transitorisches Phänomen (AdH60)

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