„I didn’t learn much about the embryo, my job was to look after the baby”
Zur Konstruktion des Ungeborenen in Schwangerschaften für Dritte
DOI:
https://doi.org/10.21241/Schlagwörter:
Leihmutterschaft, Qualitative Sozialforschung, Schwangerschaft, Embryo, EizellspendeAbstract
Der Beitrag widmet sich dem Erfahrungskontext von Leihmutterschaft. Grundlage bilden biographisch-narrative Interviews mit Leihmüttern aus Großbritannien, wo Leihmutterschaft in eingeschränkter Form legal praktiziert werden kann. Der Fokus der Analyse liegt auf der Konstruktion des Ungeborenen, also der Frage, wie Leihmütter selbst mit der Schwangerschaft für Dritte umgehen und welche Zuschreibungen sich in verschiedenen Phasen der Schwangerschaft bezogen auf das Ungeborene nachzeichnen lassen. Insgesamt werden vier Interviewausschnitte aus einem größeren Sample vor diesem Hintergrund interpretiert. Es zeigt sich, dass die Zuschreibung des Ungeborenen bereits bei der Perspektive auf die eigenen Eizellen beginnt. Zudem erweist sich die Frage der genetischen Verwandtschaft in Kombination mit der Schwangerschaft als relevant für die interviewten Leihmütter. Beides steht in Verbindung mit Aspekten pränataler Sozialität, insofern die Leihmütter nicht nur ihr eigenes Zugehörigkeitsverhältnis zum Kind klären müssen, sondern ihre leiblichen Erfahrungen auch an die intendierten Eltern vermitteln. Insgesamt wirft dieser grundlegende Blick weitere Fragen auf, die es künftig vertieft zu untersuchen gilt, wenn Schwangerschaft für Dritte in ihren sozialen, leiblichen und relationalen Dimensionen verstanden werden soll.
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