So ein richtiger Soziologe bin ich ja nicht …

Wolf Lepenies im Gespräch mit Sina Farzin

  • Wolf Lepenies
  • Sina Farzin
Schlagworte: Wolf Lepenies, Gespräch

Abstract

Sina Farzin: Die Wendung von der Soziologie als empirisch verankerter Wirklichkeitswissenschaft kennt wohl jede Soziologiestudentin und jeder Soziologiestudent. In einem Text von 1999 schreiben Sie von Ihrer Hoffnung, die Soziologie könnte auch eine empirisch verankerte Möglichkeitswissenschaft sein. Was heißt das?

Wolf Lepenies: Das heißt: Finden wir uns doch nicht einfach ab mit dem, was ist, sondern fragen wir uns, könnte es nicht ganz anders sein? Robert Musil hat davon im »Mann ohne Eigenschaften« gesprochen und Albert O. Hirschman hat im sogenannten »Possibilismus« daraus eine Leitidee der eigenen Forschung entwickelt. Mich hat immer beeindruckt, dass Hirschman bewusst gegen den Strich dachte und sich mit vorgefertigten Rezepten und vorgeschriebenen Ideen nicht abfand. Clemens Heller, der lange die Maison des Sciences de l‘Homme in Paris geleitet hat, war für mich auch ein Möglichkeitsmensch.

Veröffentlicht
2017-10-01

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