Helmut Schelsky – ein Soziologe in der Bundesrepublik

Eine Erinnerung aus Anlass seines 25. Todestages

  • Bernhard Schäfers
Schlagworte: Helmut Schelsky, Würdigung

Abstract

Der Beitrag erinnert aus Anlass des 25. Todestages von Helmut Schelsky im Februar 1984 an einen Soziologen, dessen Name mit einer außergewöhnlichen institutionellen und inhaltlichen Aufbauleistung für die Soziologie verknüpft ist und der seit den frühen 1950er Jahren erheblich dazu beitrug, das Fach auch einer breiteren Öffentlichkeit interessant und akzeptabel zu machen. Zugleich wird ein Plädoyer dafür gehalten, Schelsky nicht von einigen frühen Schriften oder seinem politisierenden Spätwerk her neu in die Fachdiskussion einzubeziehen, sondern von Beiträgen zur Allgemeinen Soziologie – ihrer transzendentalen Fundierung und der Theorie der Institution – und verschiedenen Speziellen Soziologien, so der des Rechts, der Technik und nicht zuletzt der Intellektuellen. Schelsky war nicht nur ein »Stichwortgeber des Zeitgeistes«, sondern auch einer von soziologischen Themen und Analysefeldern.

Helmut Schelsky who died 25 years ago contributed substantially to the reconstruction of postwar sociology in Germany. Since the beginning of the 1950s he had a major share in opening sociology to the general public. The article argues that Schelsky should not be judged by some of his early writings or his later work but his input in sociology in general or certain sociological fields like sociology of law, science and technology, or intellectuals has to be considered, too.

Literaturhinweise

Nicht alle im Text genannten Schriften werden hier nochmals aufgeführt.
Der Nachlass von Helmut Schelsky befindet sich erst seit dem Jahr 2008 in der Universitätsbibliothek der Universität Münster. Dort kümmert sich Dr. Frank Hille- brandt um Zugänglichkeit und Auswertung (f.hillebrandt@uni-muenster.de).

Albrecht, C., Gehrmann, G.C., Bock, M. 1999: Die intellektuelle Gründung der Bundesrepublik. Eine Wirkungsgeschichte der Frankfurter Schule. Frankfurt/Main: Campus.
Baier, H. 1972: Freiheit und Sachzwang. Beiträge zu Ehren Helmut Schelskys. Opladen: Westdeutscher Verlag (zu den Beiträgern gehören Helmut Klages, der Berliner Politologe Richard Löwenthal, Peter C. Ludz, Hermann Lübbe, Niklas Luhmann, Hans Maier, Ernst-Joachim Mestmäcker, Paul Mikat, Elisabeth Noelle-Neumann, Trutz Rendtorff, Friedrich H. Tenbruck).
Fischer, J. 2008: Philosophische Anthropologie. Eine Denkrichtung des 20. Jahrhunderts. Freiburg, München: Verlag Karl Alber.
Kaufmann, F. X., Korff, R. (Hg.) 1995: Soziologie in Bielefeld. Ein Rückblick nach 25 Jahren. Bielefeld: Verlag für Regionalgeschichte.
Kaulbach, F., Krawietz, W. (Hg.) 1978: Recht und Gesellschaft. Festschrift für Helmut Schelsky zum 65. Geburtstag. Berlin: Duncker & Humblot (darin S. 791–835: D. Wyduckel, Bibliographie Helmut Schelsky).
Lepsius, M. R. 1979: Die Entwicklung der Soziologie nach dem Zweiten Weltkrieg 1945–1967, in: G. Lüschen (Hg), Deutsche Soziologie seit 1945, Sonderheft 21 der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Opladen: Westdeutscher Verlag, 25–70.
Rammstedt, O. 1995: Helmut Schelsky und die Fakultät für Soziologie. In: F.-X. Kaufmann, R. Korff (Hg.), Soziologie in Bielefeld. Ein Rückblick nach 25 Jahren. Bielefeld: Verlag für Regionalgeschichte, 38–51.
Schäfers, B. 1984: In Memoriam Helmut Schelsky (14. Oktober 1912 – 24. Februar 1984), Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 36. Jg., Heft 2, 420–426.
Schelsky, H. 1959: Ortsbestimmung der deutschen Soziologie. Düsseldorf, Köln: Eugen Diederichs Verlag.
Schelsky, H. 1965: Auf der Suche nach Wirklichkeit. Gesammelte Aufsätze. Düsseldorf, Köln: Eugen Diederichs Verlag.
Schelsky, H. 1975: Die Arbeit tun die anderen. Klassenkampf und Priesterherrschaft der Intellektuellen. Opladen: Westdeutscher Verlag.
Schelsky, H. 1980: Die Soziologen und das Recht. Abhandlungen und Vorträge zur Soziologie von Recht, Institution und Planung. Opladen: Westdeutscher Verlag.
Schelsky, H. 1981: Im Gespräch mit Ludolf Herrmann, in: Zeugen des Jahrhunderts. Frankfurt/M.: Fischer Taschenbuch Verlag, 147–173.
Veröffentlicht
2009-01-01